Arzberg will verstärkt auf regenerative Energie setzen
Stadt will Motor für eine ernergieautarke Region werden
29.10.2009 - Die Stadt Arzberg möchte der Motor für eine energieautarke Region werden. Will heißen: Möglichst viel Energie soll in Arzberg selbst, in den umliegenden Orten, im Landkreis Wunsiedel und möglichst auch im benachbarten Landkreis Tirschenreuth generiert werden. Damit könnten die Städte und Gemeinden unabhängig werden von Öl und Gas und damit zweierlei erreichen: Das Geld bliebe in der Region, neue Arbeitsplätze könnten geschaffen werden.
Die Initialzündung dafür hat der Stadtrat am Donnerstagabend gegeben. In der Folge einer Informationsveranstaltung zum Thema "Energie" in Konnersreuth stimmte das Gremium einem Dringlichkeitsantrag der UPW-Fraktion zu, rasch vorbereitende Schritte für den Weg zu einer energieautarken Region einzuleiten.
Dazu soll noch in diesem Jahr der Antrag für die Förderung einer Projektstudie durch die Gesellschaft zur Förderung dezentraler Energietechnologien, "deENet" in Kassel, gestellt werden. Außerdem sollen möglichst bald Kommunalpolitiker nach Güssing im österreichischen Burgenland reisen, mit dem Ziel, ein Energie-Entwicklungskonzept in Auftrag zu geben. Politiker und Fachleute aus Güssing hatten in Konnersreuth über die dortige energieautarke Region informiert (wir berichteten).
Sowohl UPW-Sprecher Dr. Heinz Eschlwöch wie auch Gernot Czerny (SPD) beklagten, dass anscheinend die Veranstaltung in Konnersreuth ohne Widerhall bleibe und nichts in dieser Richtung unternommen werde. "Wir müssen daran denken, wie wir neue Industrien und Arbeitsplätze bekommen", betonte Eschlwöch. Nun habe die Stadt die Chance, sich Partner zu holen, die weltweit agieren.
Reinhard Strößenreuther (CSU) regte an, das Projekt auf die Brücken-Allianz Bayern-Böhmen auszudehnen. Dritter Bürgermeister Stefan Klaubert und SPD-Sprecher Peter Gräf meinten, der Dringlichkeitsantrag sei durchaus gerechtfertigt. In Güssing würden kleine, dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung genutzt, die sich selbst tragen. Dieser Weg sei auch auf die Region übertragbar. Stefan Klaubert sagte, Arzberg müsse die Impulse geben und dann Schritt für Schritt die Orte der Brücken-Allianz und der gesamten Region einbeziehen. Auch Werner Popp (SPD) plädierte dafür, dass Arzberg die Initiative übernimmt. "Wir sollten sagen: Fangen wir an!"
Winfried Geppert, Altbürgermeister und früherer Vorsitzender der Brücken-Allianz, wies darauf hin, dass bereits vor sechs Jahren ein Energie-Konzept erstellt worden sei. "Alle Grundlagenuntersuchungen sind schon gemacht", sagte er. Dieses Konzept, zu dem Eon einen größeren Zuschuss gegeben habe, könne nun als Fundament dienen, um die Pläne weiterzubetreiben. Roland Kastner, Vorsitzender der CSU-Fraktion, plädierte ebenfalls dafür, dem Antrag zuzustimmen, aber zunächst die Frage der Förderfähigkeit zu klären.
Quelle: Frankenpost
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