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Neuer Glanz für das „alte Zentralschulhausgebäude“
Die Stadt Arzberg will das repräsentative Gebäude sanieren.

18.11.2009 - Es soll langfristig weiter als Haus für Jugend, Musik, Vereine und Archiv genutzt werden.Arzberg – Eines der repräsentativsten Gebäude in Arzberg soll seinen alten Glanz zurückbekommen: Die Stadt will die frühere Berufsschule – einen spätklassizistischen Bau – grundlegend sanieren. In der Stadtratssitzung am Donnerstagabend waren sich die Stadträte einig, dass die Zuwendungsanträge für das 2,13-Millionen- Euro-Vorhaben gestellt werden sollen. Architekt Gerhard Plaß hatte das Gebäude (Arbeitstitel „Haus für Jugend, Musik, Vereine, Archiv“) genau unter die Lupe genommen und den Stadträten zu Beginn der Sitzung erklärt, was alles gemacht werden muss. Aber zunächst erläuterte er, wie wichtig das im Jahr
1881 als evangelisches Zentralschulhaus errichtete Bauwerk für das Stadtbild ist. Plaß: „Der dreigeschossige Mauerwerksbau mit Holzbalkendecken und Walmdach ist durch seine klare Gliederung mit Putzbändern, Ecklisenen und regelmäßiger originaler Befensterung im Range eines Baudenkmals.“ Die frühere evangelische Konfessionsschule – in Arzberg auch bekannt als alte Berufsschule – wurde mehrfach um
Anbauten ergänzt, hat ihren Glanz aber mittlerweile verloren. Bei den Bauarbeiten für das Haus – es gehört zu den Impulsprojekten im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes – muss viel erledigt werden. „Das Gebäude zeigt großen Nachholbedarf an Bauunterhalt“, hieß es in der Präsentation des Architekten. Die Fassade und vor allem die Fenster müssten erneuert, saniert und ergänzt werden. Die Holzbalkendecken müssten statisch verstärkt, die Grundmauern neu abgedichtet werden. Außerdem ist es Gerhard Plaß zufolge notwendig, die gesamte Haustechnik zu erneuern und das Dach zu decken. Dämmungen und eine neue Hackschnitzelheizung sollen dazu führen, dass der Energieverbrauch niedriger wird. Zu diesem Ziel soll auch eine Verkleinerung des Gebäudes beitragen: Plaß schlug vor, Teile der Anbauten im hinteren Bereich abzubrechen.
Die gesamte Nutzfläche wird von augenblicklich über 2300 Quadratmetern auf einmal 1700 Quadratmetern reduziert. „Der zuletzt angebaute Klassentrakt im Norden und die Toilettenanbauten sind baulich in einem schlechten Zustand. Durch Rückbau dieser Gebäudeteile kann die angestrebte
Nutzung als Jugendzentrum, Musikschule, Haus der Vereine und Archiv optimal ohne Leerstand untergebracht werden“, so die Erläuterung des Architekten. Schließlich soll das Haus auch nach der Sanierung wie bisher von verschiedensten Arzberger Vereinen und Einrichtungen genutzt werden. Das Nutzungskonzept dafür stellte Plaß ebenfalls vor. Im Untergeschoss fänden demnach die Haustechnik und der Jugendraum Platz. Das Erdgeschoss würden künftig das Ballett, die Musikschule und die Arbeiterwohlfahrt nutzen; im ersten Obergeschoss könnten die Vereine, im zweiten Obergeschoss das Archiv untergebracht werden. Der Planer schlug eine Neuorganisation des Archives vor. Demnach könnte man „den öffentlichkeitswirksamen Teil“ dieser Einrichtung im benachbarten Weidhaus präsentieren – wie die Sandauer Heimatstube oder auch ein „Archivstück des Monats“. Die Neuorganisation eröffne auch die Möglichkeit, dass die über die Stadt verstreute Musikschule hier gebündelt werden kann. Die Stadträte waren sich einig, die Fördermöglichkeiten auszuloten und möglicherweise noch heuer einen Zuwendungsantrag zu stellen. Eine der Aufgaben für die Zukunft bleibt: Das Haus brauche einen prägnanten Namen, sagte Plaß. Unter dem Titel „Mehrgenerationenhaus“, der schon im Gespräch war, könnten sich viele Bürger aber nichts vorstellen.


Quelle: Frankenpost



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