Integriertes ländliches Entwicklungskonzept
Energieregion
28.01.2010 – Endlich ist es soweit. Es gibt eine Studie im Landkreis Wunsiedel über eine energieartarke Region Fichtelgebirge. In Auftrag wurde die Studie von der Brücken-Allianz Bayern-Böhmen e.V. gegeben. Fertiggestellt am 09.12.2006 und bislang noch nicht im Stadtrat Arzberg oder anderen Gremien der Brücken-Allianz Bayern-Böhmen vorgestellt. Dies wurde nun nach mehrmaligen Hinweisen der CSU-Fraktion insbesondere durch Alt-Bürgermeister und Stadtrat Winfried Geppert von Landschaftsarchitekt Raimund Böhringer nachgeholt.
Zunächst hat es keinen Sinn, immer wieder neue Gutachten einzuholen, Pläne zu machen und Konzepte zu erstellen, wenn nicht grundsätzlich geklärt ist, in welche Richtung die Stadt Arzberg in Sachen Energieautarkie gehen will. Das verdeutlichte der Moderator vom Planungsbüro Böhringer aus Bad Alexandersbad am Donnerstagabend bei der erstmaligen Vorstellung der Untersuchung für die Energie-Region Fichtelgebirge im Arzberger Stadtrat.
Im Zuge des Stadtratsbeschlusses, die Energieautarkie anzustreben, war das Planungsbüro Böhringer beauftragt worden, die Studie, die eigentlich schon seit Ende 2006 bekannt ist, den Stadträten zu erläutern und aufzuzeigen, wie die Ergebnisse der Untersuchung in der Realität umgesetzt werden können.
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Bei der Umstellung auf regenerative Energiequellen geht es nach den Worten des Planers auch darum, die Wertschöpfung in der Region zu belassen. "Region ist ein schöner Begriff", sagte Böhringer. "Aber in Wirklichkeit sind es viele Kirchtürme." Machbar sei vieles, so der Fachmann, entscheidend seien aber das Konzept und die Struktur für die Umsetzung. Wie Bürgermeister Stefan Göcking betonte Böhringer, der Knackpunkt sei, eine Trägerschaft, also Investoren, für die Energieprojekte zu finden.
Sehr wichtig ist es nach Einschätzung des Fachmanns zudem, solche Projekte intensiv zu betreuen und zu begleiten. Dazu müssten die personellen Resourcen sichergestellt werden. "Das kann nicht jemand in der Verwaltung nebenbei machen", sagte Böhringer. Neben dem Anschieben und Überwachen des Projekts sei eine gute Öffentlichkeitsarbeit dringend nötig. Eine typische Falle sei, zunächst über einzelne Anlagen zu diskutieren. "Das bringt gar nichts", betonte der Diplom-Ingenieur. Bei einem derartigen Prozess müssten ständig die verschiedenen Interessen koordiniert und abgefragt werden.
Auf die Frage von CSU-Fraktionssprecher Roland Kastner nach Beispielen kommunaler Zusammenarbeit in Sachen Energieautarkie sagte Böhringen, dass es nur sehr wenige gebe, und dann nur in dicht besiedelten Regionen. Er würde nicht dazu raten, den schwierigen Weg zu gehen und gleich alle Gemeinden der Energie-Region Fichtelgebirge einzubinden, sondern zunächst auszuloten, zu welchen Schritten Arzberg bereit sei. Drittem Bürgermeister Stefan Klaubert bestätigte Böhringer, es sei durchaus möglich, dass später eine Dachorganisation für verschiedene Projekte einzelner Kommunen gegründet werden könne.