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Die Arbeit kann beginnen
Anlage könnte Ende nächsten Jahres fertig sein
Stadtrat Arzberg unterstützt Bau eines Windrads auf dem Siebenlindenberg

03.05.2010 - Beschluss: Der Arzberger Stadtrat unterstützt den Bau eines Windrads. Die Anlage der Firma „Ostwind“ könnte Ende nächsten Jahres fertig sein und einmal 1500 Dreipersonenhaushalte mit alternativem Strom versorgen. Jetzt ist das Landratsamt gefragt.

Es erzeugt pro Jahr mindestens 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom und versorgt damit rund 1500 Dreipersonenhaushalte mit Energie. Bei einer Einwohnerzahl Arzbergs von rund 6000 könnte es also 60 Prozent des Strombedarfs in der Stadt decken. Die Windverhältnisse auf dem Siebenlindenberg, wo es einmal stehen soll, sind optimal. Und weder Mensch, Tier noch Pflanzen werden durch seine Existenz beeinträchtigt.

All diese Vorteile einer Windkraftanlage auf dem Arzberger Hausberg im Süden der Stadt schilderte Diplom-Ingenieur Stefan Trummer am Mittwochabend bei der Vorstellung der Pläne seiner Firma "Ostwind" im Arzberger Stadtrat. Am Ende der Präsentation und einer ausführlichen Debatte beschloss das Gremium, das Vorhaben des Regensburger Unternehmens zu unterstützen. Bürgermeister Stefan Göcking und die Verwaltung wurden beauftragt, das Projekt weiterzuverfolgen, die weiteren Schritte für die Genehmigung einzuleiten sowie die Bürgerinnen und Bürger zu informieren.

Stefan Trummer erläuterte, dass "Ostwind" seit 1994 bereits 58 Projekte mit 406 Windenergieanlagen und 561 Megawatt geplant, gebaut und ans Netz gebracht habe - darunter auch den größten Windpark Frankreichs. Zudem habe die Firma, die rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftige, zehn Umspannwerke in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt errichtet. "Das ergibt sauberen Strom für über 300 000 Haushalte, der aus Ostwind-Projekten in das öffentliche Netz eingespeist wird", erläuterte der Ingenieur. Nach seinen Worten entwickelt das Unternehmen moderne Windparks von der Standortsuche bis zur Genehmigung.

Über das Umspannwerk

Auf eben dieser Suche sei man auf den Siebenlindenberg bei Arzberg gestoßen. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, der Windverhältnisse, der Möglichkeit des Netzanschlusses, der Straßenanbindung und der Verfügbarkeit der Flächen weise dieser optimale Bedingungen auf. Die Hauptwindrichtung sei West-Südwest. Die Abstände zu angrenzender Bebauung seien groß: nach Arzberg 880, nach Theresienfeld 1450, nach Siegelmühle 1800 und nach Seedorf 1550 Meter.

Auch die sogenannte spezielle artenschutzrechtliche Prüfung sei abgeschlossen und habe ergeben, dass keine besonders schutzwürdigen Tierarten gefährdet seien, wenn das Windrad gebaut werde. "Aus der Sicht des Naturschutzes ist der Standort gut geeignet", sagte Trummer. "Ostwind" werde, so denn der Bau genehmigt werde, Ausgleichsflächen schaffen oder auch zum Beispiel die Beseitigung von Altlasten für die Stadt übernehmen. Zu hören sei das Drehen des Rotors faktisch nicht, so der Fachmann. Vom Ludelberg aus werde das Windrad wahrscheinlich kaum zu sehen sein.

Trummer machte dem Stadtrat das Projekt auch damit schmackhaft, dass neben der Energieerzeugung vor Ort die Wertschöpfung in der Region bleibe - durch sichere Pacht- und Steuereinnahmen, faire Kooperationsverträge, hohe Direktinvestitionen, zusätzliche Arbeitsplätze bei Bau, Service und Wartung sowie lukrative Aufträge an lokale Unternehmen. Zudem spare ein Windrad pro Jahr immens Schadstoffe ein: 3,8 Tonnen Kohlendioxid, 2,3 Tonnen Schwefeldioxid, 2,6 Tonnen Stickoxide und 125 Kilogramm Staub und Flugasche.

Bürgermeister Stefan Göcking sagte, der Stadtrat müsse den politischen Willen zeigen, eine solche Anlage bauen zu wollen. Die Verwaltung werde prüfen, inwieweit eine Beteiligung der Stadt möglich sei. "Für mich stehen aber auch die Umweltgesichtspunkte sowie das Schonen von Ressourcen ganz weit vorne", betonte der Bürgermeister. Arzberg schreibe sich auf die Fahne, energieautark werden zu wollen. "Und das ist ein Schritt in diese Richtung."

Dass der Stadt ein Mitspracherecht bei den Investoren eingeräumt werden könnte, schloss Stefan Trummer auf Nachfrage von CSU-Fraktionsvorsitzendem Roland Kastner praktisch aus. Der Strom aus der Anlage werde über das Umspannwerk beim ehemaligen EON-Kraftwerk ins Netz eingespeist, beantwortete der Ingenieur eine Frage von Roland Koffmane. Wie der Zeitplan aussehe, wollte dritter Bürgermeister Stefan Klaubert wissen. Laut Trummer ist es möglich, dass bis Ende des Jahres die Genehmigung durch das Landratsamt Wunsiedel erreicht werden könnte. Ende 2011 könnte die Windkraftanlage dann fertig sein. Auf Anregung von Reinhard Strößenreuther wurde in den Beschluss aufgenommen, dass die Bürger ausreichend informiert werden sollen.


  Technische Daten
Mögliche Typen für die Windanlage bei Arzberg Vestas V90 oder Enercon E82
Nabenhöhe 125 bis 138 Meter
Fundamentdurchmesser 22 Meter
Kranstellfläche 20 mal 40 Meter
Flächenverbrauch 2000 Quadratmeter
Kabeltrasse 1,2 Meter unter der Erde
Aufbau zwei Tage
Dauer des Rückbaus inklusive Fundament 25 Tage (Der Rückbau wird über Bürgschaften sichergestellt)


Die Arbeit kann beginnen
Regionalschau soll wieder aufleben
Antrag: Stadtrat stimmt Vorschlag der CSU-Fraktion zu

In der April-Sitzung hatte die CSU-Fraktion im Arzberger Stadtrat einen Antrag eingebracht, wonach im nächsten Jahr wieder eine Regionalschau im Rahmen der Brücken-Allianz Bayern-Böhmen in Arzberg veranstaltet werden sollte. Dabei solle besonders auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den tschechischen Gemeinden und mit Konnersreuth hingewiesen werden.

Bürgermeister Stefan Göcking rechnete in der jüngsten Sitzung jetzt vor, dass die letzte Regionalschau im Jahr 2005 Kosten in Höhe von 23 000 Euro verursacht habe. 16 000 Euro seien durch die Standmiete und Förderung durch die Euregio Egerensis wieder eingegangen. Der Eigenanteil der Gemeinden der "Allianz" habe 7000 Euro betragen. 2008 sei versucht worden, die Regionalschau wieder aufleben zu lassen. Regionalmanagerin Sabine Rögner habe 722 Firmen angeschrieben, aber nur 18 Betriebe hätten mitmachen wollen. Mindestens 30 aber wären nötig gewesen. Da das Regionalmanagement nur noch mit einer Kraft besetzt sei, schlug Göcking vor, eine Arbeitsgemeinschaft mit Mitgliedern aus der Interessensgemeinschaft Arzberg (ehemaliger Gewerbeverein), der Brücken-Allianz, den Gemeinden und dem Arzberger Wirtschaftsförderer Jürgen Stowasser zu bilden.

Dies sei zwar ein guter Vorschlag, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Roland Kastner. Der Schwerpunkt jedoch solle seiner Meinung nach schon in Arzberg liegen. "Wir wollen ja für uns etwas machen", sagte er. Dem hielt Kastners Fraktionskollege, Altbürgermeister Winfried Geppert, entgegen, dass im Umgang mit den anderen "Allianz"-Gemeinden große Sensibilität gefordert sei. Geppert schlug vor, neben dem üblichen Rahmenprogramm eine Diskussionsrunde mit den Bürgermeistern zu veranstalten. Das Thema solle sein: Wie kann sich die Region weiterentwickeln?

Nicht nur eigene Mauern

Auch Bürgermeister Göcking widersprach Kastners Haltung: "Es macht wenig Sinn, wenn man Allianzen schmiedet und sich dann auf die eigenen Mauern zurückzieht." Dritter Bürgermeister Stefan Klaubert regte an, bei der Interessensgemeinschaft und bei den anderen Gemeinden vorzufühlen. Schließlich nahmen die Räte den Antrag an - allerdings ohne den Verweis, dass die Schau unbedingt in Arzberg stattfinden müsse.

Quelle: Christl Schemm, Frankenpost
Die Titel der Artikel sind minimal von der CSU Arzberg Online-Redaktion editiert worden

 

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